Geschenktrends 2025: Wenn KI mitsucht und Labubu mit ins Geschenkpapier wandert
2025 bekam die Geschenkfrage einen neuen Mitspieler. Nicht nur Schwester, bester Freund oder Kollegin wurden um Rat gefragt, sondern auch ChatGPT, Gemini, Copilot oder die Suchfunktion eines Online-Shops. „Was schenke ich jemandem, der gern kocht, wenig Platz hat und keine Deko mag?" – solche Fragen passten plötzlich erstaunlich gut in ein Chatfenster.
Aber 2025 war nicht einfach das Jahr der KI-Geschenke. Dafür blieb Schenken viel zu menschlich. Gerade weil Plattformen, Algorithmen und Preisvergleiche immer stärker wurden, suchten viele Menschen nach Dingen mit Charakter: Secondhand-Unikate, personalisierte Produkte, Sammlerstücke, besondere Bücher, kleine Accessoires mit Insiderwert.
So entstand eine neue Mischung: KI half beim Sortieren, Onlinehandel beim Beschaffen, Social Media beim Entdecken – und am Ende musste das Geschenk trotzdem sagen: Ich habe an dich gedacht. In dieser Spannung zwischen Algorithmus und Aufmerksamkeit liegt der Geschenke-Zeitgeist 2025.
Die Leitthese des Jahres
Die Leitthese für 2025 lautet: Geschenkideen wurden algorithmischer, aber der Wunsch nach Persönlichkeit wurde stärker. Das klingt widersprüchlich, ist aber typisch für das Jahr. Je mehr Produkte verfügbar sind, desto wertvoller wird Orientierung. Je schneller eine Plattform liefert, desto wichtiger wird das Gefühl, dass jemand nicht einfach irgendetwas bestellt hat.
Die Zahlen zeigen die Mischung aus Vorsicht und Digitalisierung. Der HDE erwartete für das Weihnachtsgeschäft 2025 in den Monaten November und Dezember nominal 126,2 Milliarden Euro Umsatz – ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich lag das durchschnittlich geplante Geschenkbudget laut HDE bei 263 Euro. Viele Menschen wollten schenken, aber preisbewusst.
Parallel verschob sich die Suche. Bitkom berichtete, dass 73 Prozent der Deutschen 2025 Weihnachtsgeschenke online besorgen. Bei der KI-Nutzung zeigen Studien unterschiedliche Ausschnitte: Bitkom sprach davon, dass rund ein Zehntel KI als Ideengeber nutzt, während NIQ in einer anderen Erhebung berichtete, dass 29 Prozent in Deutschland generative KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot für die Geschenkesuche einsetzen. Die Richtung ist klar: KI wird Teil des Geschenkprozesses – noch nicht überall, aber sichtbar.
Der Zeitgeist: Was die Menschen in diesem Jahr beschäftigte
2025 blieb ein Jahr der Unsicherheit, aber nicht mehr im Schockmodus. Destatis meldete für 2025 wie schon für 2024 eine jahresdurchschnittliche Inflationsrate von 2,2 Prozent. Die hohe Teuerungswelle der Jahre 2022 und 2023 war abgeklungen, aber viele Menschen hatten ihr Konsumverhalten dauerhaft angepasst. Preisbewusstsein wurde zur Routine.
Gleichzeitig wurde die Plattformwelt noch mächtiger. Der bevh berichtete für 2025, dass der deutsche Waren-E-Commerce wieder wuchs. Marktplätze, digitale Dienstleistungen, Re-Commerce-Angebote und internationale Plattformen prägten die Suche. Für Geschenke bedeutete das: Die Auswahl wurde riesig, aber auch unübersichtlich. Genau hier passten KI-Assistenten hinein – als Ideensortierer, nicht als Ersatz für Gefühl.
Der zweite große Zeitgeist war die Suche nach Einzigartigkeit. HDE, Sellpy und Appinio beschrieben Secondhand-Geschenke 2025 als starken Trend, bei dem Einzigartigkeit und finanzielle Vorteile eine wichtige Rolle spielten. Secondhand war damit nicht mehr nur nachhaltige Alternative, sondern ein Stilmittel. Wer ein Unikat schenkt, schenkt Sucharbeit.
Dazu kamen Sammel- und Fanphänomene, die wie gemacht waren für Geschenkpapier: Labubu, Pop Mart, Blind Boxes, Anhänger, Plüschfiguren, Sammelfiguren, Gaming-Merchandise und Filmprodukte. Erwachsene Geschenkempfängerinnen und -empfänger wollten längst nicht immer „erwachsene" Geschenke. Manchmal reicht ein kleines Monster mit großer Persönlichkeit.
Was besonders gern verschenkt wurde
Gutscheine blieben stark. Laut HDE gehörten sie weiterhin zu den wichtigsten Weihnachtsgeschenken, neben Spielwaren, Büchern sowie Kosmetik und Körperpflege. In einem Jahr sinkender geplanter Geschenkbudgets ist das logisch: Ein Gutschein bündelt Wert, vermeidet Fehlkäufe und lässt sich personalisieren. Entscheidend ist die Inszenierung. Ein lieblos ausgedruckter Code wirkt kühl; ein Gutschein für „einen Samstag in deiner Lieblingsbuchhandlung mit Kaffee danach" wirkt wie ein Plan.
Neu war die Rolle der KI in der Ideenfindung. Menschen ließen sich Vorschläge für schwer zu beschenkende Personen machen, kombinierten Hobbys mit Budgetgrenzen oder suchten nach Formulierungen für persönliche Gutscheine. Ein KI-gestützter Geschenkprozess konnte so aussehen: Interessen sammeln, Ausschlusskriterien nennen, Budget setzen, zehn Ideen generieren, drei auswählen, selbst bewerten, dann persönlich verpacken. Die Kreativität lag nicht allein in der Maschine, sondern in der Kuratierung.
Secondhand und refurbished Produkte waren 2025 mehr als Spartipps. Eine Vintage-Leuchte, ein alter Game Boy, ein gebrauchtes Musikinstrument, eine hochwertige Tasche, ein signiertes Buch, ein refurbished Tablet oder ein seltenes Spielzeug konnten viel persönlicher wirken als ein beliebiger Neukauf. Besonders spannend: HDE/Sellpy/Appinio berichteten, dass Secondhand-Geschenke zunehmend auch wegen ihrer Einzigartigkeit geschätzt wurden.
Bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen spielten Sammelobjekte eine große Rolle. Der Labubu-Hype machte deutlich, wie stark Blind-Box-Mechaniken, Social Media und Accessoire-Kultur ineinandergreifen. Als Geschenk war Labubu nicht nur ein Plüschtier, sondern ein kleines Risiko mit Spaßfaktor: Welche Figur steckt drin? Habe ich die seltene Variante erwischt?
Gaming blieb ebenfalls stark. Geschenkideen reichten von Guthabenkarten und Abos über Headsets bis zu neuen Spielen, Controllern und Merchandise. Popkulturell halfen Filme wie Ein Minecraft Film, Spielwelten noch stärker in den Familienalltag und in Produktwelten zu übersetzen.
Beauty, Selfcare und Körperpflege blieben sichere Geschenkfelder. Parfum, Hautpflege, Haarpflege, Mini-Spa-Sets, Duftkerzen, Massagegeräte, hochwertige Seifen oder ein Gutschein für Kosmetikbehandlungen passten zu einer Geschenklogik, die sich nach Alltagserleichterung anfühlte. Und Bücher behaupteten ihren Platz: BookTok, Sonderausgaben, Farbschnitte, Reihen und Romance-/Fantasy-Communities machten Bücher weiterhin zu Geschenken, die zugleich Inhalt und Objekt sind.
Handel und E-Commerce: Wie sich das Kaufen veränderte
Der Geschenkekauf 2025 begann oft nicht mehr mit der Frage „Wo kaufe ich?", sondern mit „Wie finde ich überhaupt etwas Passendes?" Online-Shops, Marktplätze, Suchmaschinen, Social Media und KI-Assistenten übernahmen verschiedene Rollen im selben Prozess. Der Shop zeigte Empfehlungen, TikTok zeigte Hypes, Google verglich Preise, KI sortierte Ideen – und der Mensch entschied, was sich richtig anfühlt.
Bitkoms Zahl von 73 Prozent Online-Käuferinnen und -Käufern bei Weihnachtsgeschenken zeigt, wie selbstverständlich der digitale Kanal geworden ist. Gleichzeitig bedeutet online nicht automatisch unpersönlich. Viele personalisierte Geschenke entstehen gerade online: Fotobücher, gravierte Schmuckstücke, bedruckte Tassen, individuelle Kalender, Haustierporträts, Sternkarten, personalisierte Kinderbücher oder Gutscheine mit gestalteter Karte.
Der Handel reagierte darauf mit noch stärkerer Kuratierung. Kategorien wie „für Mama", „unter 30 Euro", „für Gamer", „für Swifties", „nachhaltig", „personalisiert" oder „Last Minute" sind keine Nebensache. Sie sind die Antwort auf Überforderung. 2025 wurde Geschenkekaufen weniger zur Suche nach einem Produkt als zur Suche nach der passenden Filterlogik.
Popkultur, Medien und Hypes
Der Labubu-Hype war 2025 das perfekte Beispiel für Geschenkpopkultur im Plattformzeitalter. Die Figur stammt aus der Welt der Designer Toys und wurde durch Pop Mart, Blind Boxes, Social Media und Accessoire-Inszenierungen zu einem Sammelobjekt. Für den Geschenkmarkt ist daran interessant: Das Produkt lebt vom Überraschungsmoment, von Knappheit, Wiedererkennbarkeit und dem Wunsch, eine kleine Persönlichkeit an Tasche, Regal oder Schreibtisch zu hängen.
Auch Film- und Gamingwelten blieben wichtig. Ein Minecraft Film gehörte 2025 in Deutschland zu den reichweitenstarken Kinotiteln; parallel boten offizielle Shops und Handelspartner Merchandise und Aktionen an. Für Kinder, Jugendliche und erwachsene Fans entstanden dadurch Geschenkideen vom T-Shirt bis zur LEGO- oder Sammelfigur, vom Menü-Gimmick bis zum Spielguthaben.
2025 war außerdem ein Jahr, in dem kleine Dinge große Bedeutungen bekamen: Anhänger, Charms, Sammelkarten, Sondercover, Miniaturen, Sticker, Schlüsselanhänger, limitierte Drops. Diese Objekte sind oft preislich kleiner als klassische Großgeschenke, aber kulturell aufgeladen. Wer sie verschenkt, schenkt Insiderwissen.
Eine Person oder Szene, die das Jahr erklärt
Die Szene des Jahres spielt vor einem Pop-Mart-Shop. Menschen stehen an, filmen die Auslage, vergleichen Figuren, hoffen auf eine bestimmte Variante und posten später das Auspacken. Niemand braucht einen Labubu im klassischen Sinne. Genau darin liegt die Pointe. Das Geschenk ist nicht nützlich, sondern erzählbar.
Diese Szene erklärt 2025 sehr gut. Ein Geschenk muss nicht groß sein, wenn es einen Code trägt. Labubu sagt: Ich kenne deinen Feed. Ich weiß, dass du dieses kleine Wesen lustig, hässlich, süß oder gerade deshalb begehrenswert findest. Ich schenke dir nicht nur ein Produkt, sondern einen Moment des Auspackens.
Gleichzeitig zeigt die Szene die Ambivalenz des Jahres. Blind Boxes erzeugen Sammelfreude, aber auch Kaufdruck. Social Media inspiriert, aber verstärkt Hypes. KI hilft beim Finden, kann Persönlichkeit aber nur simulieren. Deshalb bleibt die menschliche Auswahl entscheidend. 2025 war nicht das Jahr, in dem Maschinen das Schenken übernahmen. Es war das Jahr, in dem Menschen neue Werkzeuge benutzten, um alte Fragen zu beantworten: Was passt zu dir? Was bringt dich zum Lächeln? Was zeigt, dass ich dich sehe?
Was von diesem Jahr geblieben ist
Bleiben wird KI als Ideengeber. Nicht als Ersatz für Nähe, aber als Werkzeug gegen Ratlosigkeit. Besonders bei schwierigen Geschenkfällen, knappen Budgets oder entfernten Bekannten kann KI helfen, den Gedankenprozess zu starten. Die gute Geschenkidee entsteht aber weiterhin im Abgleich mit echtem Wissen über die Person.
Bleiben wird auch die Verbindung aus Onlinehandel und Personalisierung. Digitale Kanäle machen Geschenke schneller, vergleichbarer und individueller. Gleichzeitig wächst der Druck, nicht beliebig zu wirken. Wer online kauft, muss offline Bedeutung hinzufügen: Karte, Verpackung, Anlass, Geschichte.
Bleiben wird Secondhand als Geschenk mit Charakter. 2025 verschob den Fokus weiter von Nachhaltigkeit allein zu Einzigartigkeit, Stil und kluger Auswahl. Und bleiben wird die Sammellogik: Kleine Objekte mit starker kultureller Bedeutung werden weiter verschenkt, weil sie Gemeinschaft, Überraschung und Identität verbinden.
Quellen
- Destatis: KORREKTUR: Inflationsrate im Jahr 2025 bei +2,2 Prozent, 16.01.2026 – https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_019_611.html
- HDE: Weihnachtsgeschäft: Handelsverband rechnet mit Umsatzplus von 1,5 Prozent, 2025 – https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/14974-weihnachtsgeschaeft-handelsverband-rechnet-mit-umsatzplus-von-1-5-prozent-im-vergleich-zum-vorjahr
- HDE: Charts zur Weihnachtsprognose 2025 – https://einzelhandel.de/images/presse/weihnachten/2025/Charts.pdf
- HDE / Sellpy / Appinio: Weihnachten 2025: Second Hand-Geschenke bleiben starker Trend – https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/15031-weihnachten-2025-second-hand-geschenke-bleiben-starker-trend
- Bitkom: Drei Viertel besorgen Weihnachtsgeschenke online, 2025 – https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Drei-Viertel-besorgen-Weihnachtsgeschenke-online
- Bitkom: Geschenkideen für Weihnachten: Ein Zehntel lässt sich von KI helfen, 2025 – https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Geschenkideen-fuer-Weihnachten-Zehntel-laesst-sich-von-KI-helfen
- NIQ: KI erobert die Geschenkesuche: Jeder Dritte nutzt ChatGPT & Co. zu Weihnachten, 2025 – https://nielseniq.com/global/de/news-center/2025/ki-erobert-die-geschenkesuche-jeder-dritte-nutzt-chatgpt-co-zu-weihnachten/
- bevh: Wachstum im E-Commerce: Lichtblick in der deutschen Wirtschaft, 2026 über 2025 – https://bevh.org/detail/wachstum-im-e-commerce-lichtblick-in-der-deutschen-wirtschaft
- Spielwarenmesse: Labubu-Hersteller Pop Mart macht Mega-Gewinn, 2025 – https://www.spielwarenmesse.de/de/magazin/branchennews/labubu-hersteller-pop-mart-macht-mega-gewinn/
- Pop Mart Deutschland: Labubu-Produkte im offiziellen Shop – https://www.popmart.com/de/search/Labubu
- filmportal.de / FFA: FFA legt Kinobilanz vor: gutes Kinojahr 2025 dank deutscher Filme, 2026 über 2025 – https://www.filmportal.de/nachrichten/ffa-legt-kinobilanz-vor-gutes-kinojahr-2025-dank-deutscher-filme
- Minecraft Shop: A Minecraft Movie Collection – https://minecraftshop.com/collections/a-minecraft-movie
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Teil der Reihe Geschenktrends im Wandel der Jahre.
