Es war ein kalter Dezemberabend im Jahr 1925, als Mary durch die belebten Straßen von New York City eilte. Die Lichter der Kaufhäuser strahlten hell und die Schaufenster lockten mit verführerischen Auslagen. Mary hielt einen Moment inne, um die festlich geschmückten Auslagen zu bewundern, die mit Geschenken der 1920er-Jahre gefüllt waren. Die „Roaring Twenties“ waren in vollem Gange und die Art des Schenkens hatte sich verändert. Mary, wie viele andere, war auf der Suche nach dem perfekten Geschenk, das den Geist dieser aufregenden Zeit einfing.
Die Konsumgesellschaft verändert das Schenken
In den 1920er-Jahren erlebte die Welt einen wirtschaftlichen Aufschwung, der den Weg für eine neue Konsumkultur ebnete. Kaufhäuser wurden zu zentralen Orten des gesellschaftlichen Lebens und warben intensiv für Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke. Die Schaufenster waren gefüllt mit Produkten, die zuvor als Luxus galten, und die Menschen begannen, gekaufte Geschenke den selbstgemachten vorzuziehen. Weihnachten entwickelte sich zu einem wichtigen Anlass für den Austausch von Geschenken. In den Vereinigten Staaten wurden große Weihnachtsbäume, aufwendige Dekorationen und Grußkarten bis zur Mitte der 1920er-Jahre weit verbreitet.
Beliebte Geschenke der 1920er
Die Geschenke der 1920er-Jahre spiegelten den Lebensstil der „Jazz Age“ wider. Musik, Tanz und gesellschaftliche Veranstaltungen prägten das Leben der Menschen. Taschentücher, Bleistifte und Schreibsets gehörten zu den praktischen Geschenken, die oft in Zeitungsanzeigen empfohlen wurden. Zigaretten und Cocktail-Zubehör waren ebenfalls beliebt, während Tanzkleider und Grammophone den modischen und musikalischen Geschmack der Zeit trafen. Bücher zählten zu den meistverschenkten Präsenten, und für Kinder waren industriell gefertigte Spielzeuge, wie die Puppe „Raggedy Ann“, ein großer Erfolg.
Geschenketikette und Verpackungskunst
Die 1922 veröffentlichte Benimmfibel von Emily Post setzte Standards für gesellschaftliche Umgangsformen und beeinflusste die Geschenkregeln der Dekade. Geschenke sollten weder zu persönlich noch zu kostspielig sein, es sei denn, es bestand eine enge Beziehung zwischen Schenkendem und Beschenktem. Für unverheiratete Frauen galten Schals, Handschuhe, Taschentücher oder Bücher als angemessen. Dankesbriefe und handgeschriebene Danksagungen nach dem Erhalt eines Geschenks waren Ausdruck guter Manieren. Auch die Kunst der Geschenkverpackung gewann an Bedeutung. Verlage und Papierhersteller veröffentlichten Anleitungen für dekorative Verpackungen, sodass Geschenke nicht nur wertvoll, sondern auch stilvoll überreicht wurden.
Eine Geschichte, die man sich erzählt
Man erzählt sich, dass in einem kleinen Dorf in den 1920er-Jahren ein bescheidener Lehrer namens Mr. Thompson lebte, der jedes Jahr zu Weihnachten seinen Schülern ein besonderes Geschenk machte. Anstatt teure Geschenke zu kaufen, schrieb er für jedes Kind eine persönliche Geschichte, die ihre Träume und Wünsche einfing. Diese Geschichten wurden von den Kindern geliebt und in der Dorfgemeinschaft als etwas ganz Besonderes angesehen. Der Legende nach inspirierten diese Geschichten viele der Kinder dazu, ihre eigenen Träume zu verfolgen und zu verwirklichen.
Typische Geschenke (Die 1920er)
- Taschentücher: Praktisch und stilvoll, ein beliebtes Geschenk für jedermann.
- Bleistifte und Schreibsets: Ein Zeichen von Bildung und Raffinesse.
- Zigaretten: Ein modisches Accessoire für Erwachsene.
- Cocktail-Zubehör: Perfekt für die neuen gesellschaftlichen Anlässe.
- Tanzkleider („Dance Frocks“): Für die modische Frau von Welt.
- Grammophone und Schallplatten: Musik war das Herzstück der „Jazz Age“.
- Bücher: Bildung und Unterhaltung in einem.
- Raggedy Ann Puppe: Ein beliebtes Spielzeug für Kinder.
Quellen
- British Newspaper Archive: „The Top Ten Christmas Presents to Give in the 1920s“
- A Smile and a Gun: „Books for Every One: A Christmas Gift Guide from 1928“
- Emily Post Institute – Geschichte der Etikette und Geschenkregeln
- MIT Press Reader – Konsumkultur der 1920er-Jahre
- Visit Knoxville – Christmas in the 1920s
- Molly Brown House Museum – Christmas in the 1920s
- History Facts – Popular Christmas Presents 100 Years Ago
- Wearing History Blog – Christmas Wrapping and Gift Giving, 1926
Was meinst du — was hättest du in den Roaring Twenties verschenkt? Eine Schallplatte oder einen Flachmann?
Frag den Geschenk-Ninja — und finde heraus, was du heute verschenken würdest.
Teil der Reihe Die Geschichte des Schenkens: eine Zeitreise.
